Wiki ::: Große Kapuzinerkresse

lateinischer Name: Tropaeolum majus

Die Kapuzinerkresse (''Tropaeolum majus'') ist eine in ihrer Heimat mehrjährige, weitkriechende und gelegentlich kletternde, krautige Pflanze. Hierzulande wird sie einjährig kultiviert, da sie stark frostempfindlich ist.

Namensherkunft

Die glatten graugrün gefärbten Blätter erinnern an einen Schild (peltate Blätter). Das hat wohl zur Namensgebung beigetragen, denn in ''Tropaeolum'' befindet sich das lateinische Wort ''tropaeum'', darunter verstand man einen mit Waffen behängten Baum, also ein Siegeszeichen. Da der Blütensporn auch an die Kapuze der Mönchskleidung erinnert, kam es zu der deutschen Bezeichnung Kapuzinerkresse.

Verwendung in der Küche

Blüte, Blätter und Samen sind essbar und erinnern mit ihrem leicht pfeffrigen Geschmack an Wasserkresse. Meist werden sie als Salat angerichtet. Man zählt sie auch zu den Gewürzpflanzen, wobei die Blüten Salate, Essig und Desserts würzen, die feingehackten Blätter dagegen Quark, Frischkäse, Kartoffeln, Eier und Soßen. Kapuzinerkresse sollte man jedoch nicht über einen längeren Zeitraum in größeren Mengen verzehren. Die Blätter lassen sich einsalzen, die Blütenknospen und grünen Früchte marinieren. Die in Essig eingelegten Knospen werden auch als falsche Kapern („Kapernersatz“) bezeichnet.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Kapuzinerkresse findet Verwendung in der Pflanzenheilkunde, da sie u.a. Senfölglykosid enthält, das eine breite antibakterielle Wirkung hat. Kapuzinerkresse sagt man aufgrund ihres hohen Vitamin C Gehalts in frischen Blättern und Blüten von 285 mg pro 100 g eine allgemein abwehrsteigernde Wirkung nach. Nachdem sie der Holländer Bewerding 1684 nach Europa gebracht hatte wurde sie in Klostergärten gehalten und als Heilmittel gegen die Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut geschätzt. Trocknen ist nicht möglich, die Kapuzinerkresse muss frisch verzehrt werden.

Botanische Besonderheiten

An heißen Sommerabenden soll sich die Kapuzinerkresse manchmal elektrisch entladen, was in der Dunkelheit sichtbar ist. Kapuzinerkresse hat Wurzel- und Blattausdünstungen, die Schädlinge fernhalten; so sollen beispielsweise Apfelbäume blutlausfrei bleiben, wenn man sie auf die Baumscheibe pflanzt und Rettich sowie Kartoffeln sollen besonders gut in der Nachbarschaft von Kapuzinerkresse gedeihen. Die Blattart der Kapuzinerkresse hat dieselben Eigenschaften des Lotus (Botanik) (Lotuseffekt). Der Kapuzinerkresse wird oft eine blattlausabweisende Wirkung zugeschrieben. Dies scheint einerseits einer Verwechslung zwischen Blattlaus und Blutlaus zuzuschreiben zu sein, andererseits ist es so, dass die Kapuzinerkresse verschiedene Schädlinge, wie die Schwarze Bohnenlaus oder den Kohlweißling anzieht, und diese dann von anderen Kulturpflanzen in der Nachbarschaft fernhält, ohne selbst nennenswerten Schaden zu nehmen. Außerdem können befallene Pflanzenteile vernichtet oder manuell von den Schädlingen befreit werden. Weitere Wirkungen:
  • Natürlicher Antibiotischer Effekt gegen infektiöse Krankheiten; vor allem gut bei Infektionen der Atemwege, des Rachenraums und des Halses
  • Verhindert das weitere Ausbreiten der Keime und macht es dem Immunsystem leicht, Infektionen besonders im Bereich der Atemwege zu bekämpfen.
Die Blätter der Kapuzinerkresse weisen einen Lotuseffekt auf. Wasser wäscht hierbei Schmutz und sogar Graphitpulver ab. Lösemittelfreier Klebstoff perlt auch an den Blättern ab (Lösemittel würden die wachshaltige Schicht zerstören, die den Lotuseffekt hervorruft). Eine nahe verwandte Art ist die Knollige Kapuzinerkresse, die als Nahrungspflanze in den Zentralanden genutzt wird. Zu vermerken ist, dass die Kapuzinerkresse gerne vom Großen Kohlweißling als Futterpflanze genutzt wird. Diese Raupe tritt dann in relativ großen Mengen auf, die ein Absammeln schwierig machen. Sollte man diese Raupen finden, ist sofort die ganze Pflanze zu prüfen. Wer sich nicht daran stört, dass die Pflanze nachher nur ein nacktes Blättergerippe hat und lieber den Schmetterling in seiner Fortpflanzung beobachtet, der kann den Raupen dabei zuschauen, wie sie in recht kurzer Zeit sehr viel Pflanzenmaterial vertilgen. Ansonsten hat sich auch das Abschneiden der befallenen Blätter als hilfreich bewiesen.

Bilder




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